Meine Bewerbung als Landessprecher von Bündnis90/Die Grünen Thüringen
7. November 2009, Vincent
Liebe Freundinnen und Freunde,
Wir sind im Landtag und wir haben unser historisch bestes Bundestagswahlergebnis. Aber wir haben weder Schwarz-Rot in Thüringen („Wer hat uns verraten?“) noch Schwarz-Gelb auf Bundesebene verhindert/verhindern können.
Wie gehen wir damit um, dass in Thüringen nun großkoalitionäres Mitte-Gekuschel und in Berlin Schwarz-Gelbe Gesellschaftsspaltung und Atomgeklüngel betrieben wird? Ich denke die Antwort ist ziemlich einfach: Wir müssen uns – erstens – als Partei wieder klar links positionieren. Wir glauben an internationale Solidarität und daran, dass jeder Mensch die gleichen Chancen im Leben haben muss.
Wir denken, dass Umwelt- und Gesellschaftsinteressen Vorrang haben müssen vor Wirtschaftsforderungen. Wir wollen ein Gesundheitssystem, in dem niemand, weil er/sie mehr Geld hat, früher dran- oder schneller einen Termin bekommt. Wir wollen längeres gemeinsames Lernen und eine solidarische Gesellschaft.
Wir haben unsere linken Inhalte schon, müssen sie aber auch klar als solche kommunizieren und damit auch klar festmachen können, wer unsere PartnerInnnen sind, in den Parlamenten und auch auf der Straße.
Die taz nannte als einen Vorteil von Schwarz-Gelb, dass jetzt die Linke – die Bewegung, nicht die Partei – eine gesellschaftliche Gegenutopie zum Schwarz-Gelben Kasinokapitalismus entwickeln kann und muss.
Bei der Entwicklung einer solchen Utopie braucht es uns und unsere grünen Ideen und Konzepte.
Ich möchte gerne mit euch an dieser Entwicklung teilhaben.
Außerdem müssen wir uns wieder stärker mit den sozialen Bewegungen verknüpfen. Es braucht grüne GewerkschafterInnen und auch Grüne, die mit GewerkschafterInnen vor dem Betriebstor stehen und sich solidarisch zeigen. Es braucht grüne Antifas und Grüne, die sich auf die Straße und den Rechten in den Weg setzen. Es braucht Grüne auf den CSDs, den Castorgleisen, vor und in besetzen Häusern, Grüne in der Umwelt und Antiatombewegung, es braucht Grüne in der Theaterjugendbewegung und natürlich braucht es grüne PiratInnen. Es braucht kurz gesagt Grüne. Grüne die den Mut haben, sich Links zu nennen und Grüne, die ein ehrlicher Ansprechpartner für PartnerInnen in den Parlamenten und in Bewegungen sind.
So ein Ansprechpartner möchte ich gerne sein und wo könnte man das besser, als als Sprecher unseres schönen Landesverbandes?
Deshalb kandidiere ich als Sprecher.
Mit grünen Grüßen
Vincent


