Folter führt zur “Heiterkeit bei der CDU” – Panse wird zynischer
14. Mai 2009, Vincent
Über Michael ‘Jim’ Panse hab ja schon einmal gebloggt. Und vermutlich ist er dadurch auf mich aufmerksam geworden. Zumindest zitierte er mich 8.Mai in der Landtagsausprache zur Räumung des B-Hauses Erfurt meinen Blogeintrag “Mein schlimmstes Ferienerlebnis – Wie ich die Räumung des besetzen Hauses erlebte”. Nicht etwa um sich damit auseinanderzusetzen und vielleicht einmal den Polizeieinsatz zu hinterfragen.
Nein, er macht sich darüber lustig und stellt es als Luxus dar nach 6 Stunden “Bus”fahrt zwei Becher Wasser (insgesamt 0,4 l – zum Vergleich: bei meinem Gewicht bräuchte ich 3 l Wasser pro Tag und war von 7.15 bis 22.45 in Gewahrsam…) zu bekommen. Panse stellt meinen Bericht als Abenteuergeschichte hin.
Das Verweigern von Trinkwasser während man in einem Bus in der Sonne sitzt ist das gezielte Zufügen von Qual, ganz klar mit dem Ziel die Blockierer gefügiger zu machen und ihnen grundsätzlich den zivilen Ungehorsam auszutreiben. Das ,Herr Panse, entspricht der Definition für Folter. Auch wenn es selbstverständlich schlimmere Formen gibt, muss auch schon hier eingeschritten werden. Und das mein Bericht bei ihnen und ihrer Partei zu Heiterkeit führt, zeigt nur wie zynisch und menschenverachtend sie sind.
So ist es dann auch nicht verwunderlich das die “Initiative “Pro Erfurt” für Michael Panse in den Stadtrat wirbt. Auch wenn sich dieser immer wieder distanziert, stimmt er doch in vielen entscheidenden Inhalten mit diesen überein.
Gegen drei Uhr kam ich in Begleitung von zwei Mitgliedern der GRÜNEN JUGEND Thüringen auf das Gelände des B-Hauses, dort war definitiv nichts von Nagelbomben zu hören oder zu sehen, deren Existenz die Polizei später behauptet hat. Wir saßen dort bis circa 4 Uhr am Feuer, dann verließen wir das Haus um die von „Platz nehmen!“ angekündigte Sitzblockade vorzubereiten. Gegen 5 Uhr waren wir circa 30 – 40 Personen die sich vor dem Haus eingefunden um sich einer Räumung mit friedlichen Mitteln zu widersetzen. Die Stimmung in der Blockade war gut, man teilte dich Essen, Kaffee & Zigaretten. Bis circa 6 Uhr aus heiterem Himmel der staatliche, gut vermummte schwarze Block anrückte, in Form von bayrischen Bereitschaftspolizisten und dem paramilitärischem SEK. Letzteres bedrohte auch die friedlichen BlockiererInnen mit Schusswaffen und Gasgranatenwerfern. Dann kamen zwei Hubschrauber des SEKs niedrig über uns hinweg geflogen. Man konnte nur die Augen schliessen, während sich Haare, Ohren und Nase mit dem aufgewirbelten Staub füllten. Als diese verschwunden waren, stand uns eine Kette bayrischer Unterstützungskommandopolitizisten gegenüber. 
