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	<title>Vincent Müller &#187; Theater</title>
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		<title>Rede: Respekt vorm Theater</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 15:42:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vincent</dc:creator>
				<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Die Schotte]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>

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		<description><![CDATA[<a href=http://vincentmueller.net/2009/05/rede-respekt-vorm-theater/><img src=http://farm3.static.flickr.com/2258/2256561258_1e0719c0bc_m.jpg class=imgtfe hspace=5 align=left width=100  border=0></a>Diese Rede entstand Anfang des Jahres auf Notizzetteln für den Deutschunterricht. Ich habe sie jetzt verschriftlicht und möchte sie hier dokumentieren:
&#8212;&#8212;
Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, sehr geehrte Frau Reipert,

das Saallicht wird runter gefahren und man sitzt da in freudiger Erwartung der Vorstellung die man gleich zu sehen bekommt. Das ist ein Gefühl, das den Meisten hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Diese Rede entstand Anfang des Jahres auf Notizzetteln für den Deutschunterricht. Ich habe sie jetzt verschriftlicht und möchte sie hier dokumentieren:</em></p>
<p>&#8212;&#8212;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, sehr geehrte Frau Reipert,</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><img class="alignleft" src="http://farm3.static.flickr.com/2258/2256561258_1e0719c0bc_m.jpg" alt="" width="240" height="160" />das Saallicht wird runter gefahren und man sitzt da in freudiger Erwartung der Vorstellung die man gleich zu sehen bekommt. Das ist ein Gefühl, das den Meisten hier im Raum durchaus bekannt sein dürfte. Aber es gibt Menschen die dies keineswegs teilen, Menschen die anscheinend nur den Beginn der Vorstellung abgewartet haben um hemmungslos zu quatschen. Ohne Rücksicht zu nehmen auf den Teil des Publikums der das Stück sehen will und auf die Theatermacher auf und hinter der Bühne. Gerade ehrenamtlichen SchauspielerInnen, z.B. in der Schotte wird dadurch die Motivation genommen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><span id="more-107"></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber ich rede hier ja nicht um mich nur zu beschweren. Es geht darum die Gründe für diese Missachtung der Leistung der Theaterschaffenden zu finden und die Frage zu beantworten, wie man für mehr Respekt für die SchauspielerInnen, TechnikerInnen, MaskenbildnerInnen, AustatterInnen, TechnikerInnen, RegiesseurInnen und ihre Leistung erreichen kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Als regelmäßiger Theaterbesucher habe ich zwei Hauptgruppen von „Störern“ identifizieren könne.  Die erste – und kleinere Gruppe – sind Renterehepaare, die schon seit Jahren, ja fast Jahrhunderten immer wieder ins Theater gehen. Und dort durchaus beachtliche Leistungen verbringen. Ich hatte einmal das „Vergnügen“ in Lohengrin neben einem Rentnerpaar zu sitzen, dass es schaffte drei Stunden Wagner-Oper durchgehend zu kommentieren und mit früheren Inszenierungen zu vergleichen. Eine Leistung die durchaus zu würdigen wäre, hätte sie mich nicht davon abgehalten die Leistungen auf der Bühne zu würdigen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Aber diese Gruppe ist relativ klein. Der Großteil der SeniorInnen geht nicht ins Theater um sich zu unterhalten, und bei den anderen hoffen wir einfach das die Zeit und die Biologie&#8230; Naja, ihr wisst was ich meine.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die zweite Gruppe ist wesentlich größer und tritt außerdem gleich in Horden auf. Wenn sie ins Theater kommen, sagen sich die Beteilligten: „Das müssen wir durchstehen, um vielleicht wenigstens einige vom Theater zu überzeugen.“ Die Rede ist von Schulklassen. Auch hier kann ich wieder mit beängstigenden Beispielen aus meinem eigenen Erfahrungsschatz auftrumpfen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Eines schönen Abends, ich stand an der Bar im Theater „Die Schotte“ bewegte sich eine Klasse auf den Eingang zu. Der Großteil in freudiger Erwartung des Improvisationstheaterabends „Teatra Pak“. Einer jedoch hatte gar keine Lust und versuchte sich durch leeren einer Flasche Wodkas dem Theater zu entziehen. Aber die Lehrerin hatte kein Mitleid, weder mit den Theaterschaffenden noch mit dem Schüler, er musste rein. Die Vorstellung begann, die Klasse verhielt sich verhältnismäßig ruhig. Irgendwann aber sah ich von oben, dass es dem „Wodka-Schüler“ anscheinend nicht so gut ging, er schwankte ein wenig auf seinem Sitz, bis sich der Wodka einen Weg aus dem Magen des Schülers suchte und sich der Geruch von erbrochenen im Saal verbreitete.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das ich die Kotze aufwischen musste, ist durchaus widerlich, tut aber in der Rede nichts weiter zur Sache. Viel wichtiger ist die Frage nach dem: Warum?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Warum wird Theater so missachtet? Warum stören SchülerInnen Vorstellungen mit Zwischenrufen wie „Hat die nen fetten Arsch.“ oder „Romeo ist doch schon tot“? Warum?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Weil den meisten SchülerInnen der persönliche Zugang zum Theater fehlt. Also heißt es – mal wieder – die Schulen in die Pflicht nehmen. Denn wenn SchülerInnen selber inszenieren und spielen, wissen sie was Theater für eine Leistung ist und wissen diese Leistung aus ihrer eigenen Erfahrung zu würdigen. Dann kann man wieder ins Theater gehen und sich an der Vorstellung erfreuen, danach den Barmann nicht beim Hände waschen beobachten, sondern sich einen Wein bestellen und sich über eine gelungene Theatervorstellung unterhalten statt über respektlose SchülerInnen und es gibt – für Marie-Therese – sogar ein kleines bisschen Sozialismus.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dankeschön.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Photo von daskerst via flickr.</em></p>
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