Meine Rede zum Bildungsstreik Erfurt

18. Juni 2009, Vincent

Liebe Leute,

wir stehen hier vorm Erfurt Schulamt. Dieses wurde letztes Jahr während des Schulstreikes besetzt. Versprochen wurde uns: „Man wolle sich dafür einsetzen, dass ein Vertreter des Kultusministeriums mit uns über unsere Forderungen reden würde und das niemand für seine Teilnahme an diesem Protest bestraft werden würde.“ Eine Einladung des Kultusministeriums kam nie an, dafür aber eine Vorladung bei der Polizei wegen Hausfriedensbruchs und anderem.
Man versucht unseren Protest zu kriminalisieren, aber wir lassen uns das nicht bieten, sondern machen weiter. Wir sind wieder da und kämpfen weiter für eine bessere Bildung. Wir streiken, demonstrieren, blockieren, besetzen für unsere Ziele. Auch wenn SchulleiterInnen, KultusministerInnen, Schulamtsleiter oder Uni-PräsidentInnen was dagegen haben.
Und das sie was dagegen haben merken wir immer wieder ob durch Repression wie schon berichtet, sondern auch durch Diffamierungen. Wenn das stimmen würde, was FDP und CDU in letzter Zeit über uns behaupten wärt ihr eine dummer Mob, der nur irgendwelchen Funktionären nachredet, und nicht etwa hier ist um für bessere Bildung zu kämpfen, sondern um irgendetwas zu zerstören und zu schwänzen. Liebe FDPler, liebe CDUler, ihr habts anscheinend nicht verstanden, also nochmal ganz langsam für euch. Wir schwänzen nicht und trinken gemütlich Kaffee, nein wir streiken und streiten für besser Bildung. Und das einzige was wir zerstören wollen sind Bildungsblockaden. Und nein, wir reden nicht irgendwelchen Funktionären nach, sondern wir haben jeder und jede einzelne Erfahrungen gemacht die uns heute auf die Straße getrieben haben. Man braucht keine „Funktionäre“ um zu sehen das im Bildungssystem einiges falsch läuft, das ist einfach zu offensichtlich.
Aber egal ob versucht wird uns durch Repression und Diffamierungen zum Schweigen zu bringen oder ob man uns einfach versucht zu ignorieren. Wir machen weiter. Wir werden mehr. Und irgendwann gibt es keine Möglichkeit mehr uns zu ignorieren. Dann muss entweder vernünftige Bildungspolitik gemacht werden oder wir machen unsere Bildungspolitik selber. Wenn ihr nicht auf uns zu kommet, dann kommen wir zu euch…

Rede: Respekt vorm Theater

29. Mai 2009, Vincent

Diese Rede entstand Anfang des Jahres auf Notizzetteln für den Deutschunterricht. Ich habe sie jetzt verschriftlicht und möchte sie hier dokumentieren:

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Liebe Mitschülerinnen und Mitschüler, sehr geehrte Frau Reipert,

das Saallicht wird runter gefahren und man sitzt da in freudiger Erwartung der Vorstellung die man gleich zu sehen bekommt. Das ist ein Gefühl, das den Meisten hier im Raum durchaus bekannt sein dürfte. Aber es gibt Menschen die dies keineswegs teilen, Menschen die anscheinend nur den Beginn der Vorstellung abgewartet haben um hemmungslos zu quatschen. Ohne Rücksicht zu nehmen auf den Teil des Publikums der das Stück sehen will und auf die Theatermacher auf und hinter der Bühne. Gerade ehrenamtlichen SchauspielerInnen, z.B. in der Schotte wird dadurch die Motivation genommen.

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